Montag, 30. November 2015

Tagebuch-Titelbild... Bebildertes mit Untertitel - From Dusk till Nachmittag


 Guten Morgen.
Gähn.

 Tomatensauce auftauen.
Die kluge Frau kocht vor.

 Ännchen Teekännchen musste auf die Küchenfensterbank umziehen,

 denn auf dem Tisch steht jetzt nun mal der Adventskranz.

 Bevor der Tee in die Tasse kommt:
ein Kaffee, Zeitung, Einkaufszettel

 Frühstück...
... vorbereiten.
Das nehme ich mit.
Ich krieg jetzt noch nichts runter.
 Oh, 
stimmt ja.
Da war doch noch was ...
Hab die Pflanzen abgeduscht,
aber noch nicht wieder zurück an ihren Platz gestellt,
denn...
wenn ich die aus der Badewanne nehme,
muss ich die putzen.
Ist doch logisch,
dass ich sie deshalb lieber noch ein bißchen drin stehen lasse, oder?
 Oh, 
stimmt ja.
Da war doch noch was ...
 Muss wohl waschen...

 Schnell mal ein bißchen sortieren,
och...
geht ja....
war schon mal schlimmer...
Komisch eigentlich.
Warum sind denn die Schränke so leer,
wenn es gar nicht soooo viel schmutzige Wäsche gibt ?

 Oh, 
stimmt ja.
Da war doch noch was ...
 Doof, eigentlich,
dass man die Wäsche nach dem Waschen und Aufhängen,
dann auch noch abnehmen und wegräumen muss...
Lästig.


 Rollos hoch.
Die sind auf der Sportplatzbaustelle schon wieder fleißig.
Der Ascheplatz stand bei Regen immer unter Wasser.
Ne neue Flutlichtanlage soll wohl auch endlich drauf.
Haben die jahrelang für gekämpft.


 Nudeln kochen.
Die kluge Frau ... blabla
 Dazwischen natürlich:
duschen, Kind wecken, Frühstück machen,
Taschen packen, Kater füttern, lüften, Lüften beenden, Gesicht dekorieren,
Haare trocknen (auch irgendwie sinnlos, bei dem Wetter gerade)
und dann...

 ... mich selbst anziehen.
Das ist gar nicht so einfach heute.
Ich verräume meinen Gürtel immer
und ich habe gerade nur einen, der passt.
Damit fängt es an.
Finde Gürtel unbequem,
zieh das Teil aus,
irgendwo,
weg isser, der Lump.
Auf dem heutigen Kleiderbügel hingen ein schwarzer Pulli,
weinrote Weste drüber.
Jetzt rutscht aber die Hose
und der Gürtel tarnt sich irgendwo erfolgreich.
Also muss der Pulli da noch mit rein,
in die Hose, meine ich.
Pulli in der Hose geht aber gar nicht.
Die 80er sind (diesbezüglich gottseidank) vorbei.


Also zieht die Mari einen Kartoffelsack
über ihre ausgestopfte Hose
und erklärt das für schön.

 Kind über die Straße, zur Schule, gescheucht.
Mit dem Bus...

 über den Rhein.
Pegel gucken.
In die Bahn.
 Ihre Fahrkarte, bitte.
Die Straßen sind so voll.
Wir kommen kaum vorwärts.

 Mit der Bahn
über die Ruhr.
Dann fährt sie irgendwann in den "Tunnel".
Duisburg hat ein U-Bahn-Strecken-Stückchen.
 Also, ab Unter Tage.
Ich sitze auf dieser Strecke immer möglichst weit vorn,
muss aussteigen, sobald die Bahn den Tunnel wieder verlässt.
Wenn ich aus der vordersten Türe steige,
schaffe ich es meist noch, vor der Bahn über die Schienen zu kommen,
um mich mit hundert anderen Leuten
auf die zwei Quadratzentimeter große Verkehrsinsel
vor der Fußgängerampel zu quetschen.
Ich sitze also ziemlich nah am Führerstand
und höre den eingehenden Funkspruch bruchstückhaft mit:
- technische Probleme -
- Betriebsstörung -
- Haltestelle vorsichtig anfahren -
- Bahn räumen -
DAS will man hören,
wenn man gerade mit gefühltem Affenzahn
durch eine Betonröhre rast.
Und tatsächlich:
Der Fahrer pirscht sich an. 
Das dauert.
An meiner Haltestelle ist dann auch erstmal Schluss für alle Fahrgäste.
Ein paar Meter weiter steht eine Bahn, in Gegenrichtung,
still auf den Gleisen.
Umringt von Einsatzfahrzeugen der Verkehrsbetriebe.
Habbich nochmal Schwein gehabt.
Angekommen.

 Oh, 
stimmt ja.
Da war doch noch was ...
Gestern war ja Kreativmarkt...
und heute ?
Aufräumen, einräumen,
es ist, als käme man vom Zelten zurück.

 Gegen Mittag sind wenigstens die Stempelregale wieder gefüllt.
Wir hatten alles mit, gestern.

 Heimfahrt mit gemischter Tüte.
Es gab einen lustigen Irrläufer, heute morgen.
Ein Irrläufer ist ein Paket, eine Kiste,
eine "Wanne",
die zwar - hoffentlich - innen richtig gepackt wurde,
aber dann, über die verschlungenen Transportwege der
Bücherwagendienste,
einfach in der falschen Buchhandlung abgestellt wurde.
Wenn man Zeit hat,
ruft man in der betroffenen Buchhandlung kurz an
und teilt ihnen mit, dass man ihre Bestellungen gefunden hat.
Wenn die Buchhandlung dann auch noch zufälligerweise
500 Meter vom Wohnort einer Mitarbeiterin entfernt liegt,
kann man sich für den kurzen Dienstweg entscheiden
und die Plörren auf dem Heimweg einfach schnell vorbeibringen.
 Derweil regnet es.
 
 Dieser Regen und die aufkommende Hektik im Nacken,
hinderte mich auch an weiteren Fotos.


Ich habe also:

- den Irrläufer an seinen Bestimmungsort getragen
- den Einkaufszettel abgearbeitet
- das Kind, samt Tornister und Gitarre,
unterm Schirm nach Hause manövriert
- den riesigen Adventskalender, den ich im Auftrag der Klassenlehrerin
mit Süßigkeiten befüllen sollte,
in Müllsäcke gewickelt
- mich mitsamt Adventsmüllsack und
unter einem noch größeren Schirm,
zum Elternsprechtag-Termin aufgemacht.
- mal wieder gehört, dass der Labertaschengrundschulsohn
sich zu selten am Unterricht beteiligt
- eine "Nachlieferung" vom Buchabend in der Gemeinde,
bei der Grundschulbetreuung abgegeben und erfahren,
dass die arme Frau erstmal krank gemeldet ist.
Gute Besserung! Buch liegt parat !
- mich im Stechschritt auf den endgültigen Heimweg gemacht.

Der Grundschulsohn ist allein zuhause.
Wir sind uns einig:
Hunger !
-Vorgekochtes aufgewärmt.
Oh mann, war selten so nötig wie heute.
 - Hausaufgaben gesichtet und beschlossen,
dass eine halbe Stunde "chillen" drin ist.
Ich in meinem Bett, Kind in seinem.
Ich mit Augen zu,
Kind mit Comic-Heft im Gesicht und Hörspiel auf den Ohren.
Komprimiertes Schlafen.
35 Minuten.
Zum Mittagsschlaf könnte man mich irgendwo kippsicher
an eine Wand lehnen.
Ich schlafe von einer Sekunde auf die andere ein
und wenn ich nicht zu lange döse,
bin ich auch recht schnell wieder munter.

Und dann geht alles von vorne los.
Neustart.
Kaffee, Tee ...
Hausaufgaben und


 ich finde einen Gruß aus der Buchhandlung
in meiner Hosentasche.

Vielleicht das Plastikteil,
mit dem die Irrläuferwanne verplombt war.
Weiß man's ?
Nö.
Vielleicht trage ich die auch schon ein paar Tage länger spazieren.
Kommt mir vor,
als wäre ich schon vor Ewigkeiten von dort aufgebrochen.
Morgen früh kippt dann das Gefühl.
Dann fühlt es sich an,
als hätte ich gerade erst an der Haltestelle gestanden...

Schöne Zeit !

;O)

Mari








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