Freitag, 4. Juli 2014

POD

"POSTOPERATIVE DEPRESSION",
betitelte es der Gatte am Dienstagabend,
ließ sich das Hemd nass heulen
und parkte mich mitsamt Gipsarm und Kühlpack
vor einer Sherlock-Folge auf dem Sofa.
Ich nannte es "Arme Deer", doch
- was immer es ist -
es ist sehr anhänglich.
Ich hab den Blues.
Ich könnte spontan in Tränen ausbrechen.
Dass meine körperlichen Wunden heilen,
ich keine Schmerzmittel mehr benötige,
die Finger abgeschwollen sind,
ich das Meiste doch auch mit einer Hand schaffe,
(sogar das obligatorische Pizzabacken)
all das nehme ich natürlich wahr
und habe es auch nie in Frage gestellt,
doch es treibt mich nicht an.

Selbstverständlich lache ich.
Vor allem mit dem Ulligen.
Doch ich habe eine Last im Herzen,
die sich anfühlt,
als würde ich trauern müssen ...
aber....
... um wen oder was ???

Heute bin ich, bis zum Fußballspiel,
mit meinem Blues allein.
Meine Jungs sind beide außer Haus.
Mir bleiben also ein paar Stündchen,
um dem Blues klar zu machen,
dass ich ihn pflegen werde.
Jetzt ...
wo er schonmal da ist ...

was soll man auch sonst mit ihm anstellen...

Die Devise für die kommende Zeit lautet also:
"Mari hätschelt ihren Blues"