Samstag, 6. Mai 2017

Da sein

Tach, Zusammen.
Die Woche war anstrengend. Ich kann jetzt gar nicht behaupten, dass ich körperlich besonders anstrengende Dinge getan hätte. Das eigentliche Übel war, dass ich mit dem Kopf immer in der Zukunft war, oder sein musste. Vorankündigungen, Vorbereitungen, Planungen, Ängste, bange Erwartungen, all so ein Zeug. Zudem war ich immer müde und ich spreche hier nicht von dem lapidaren Gefühl, dass ein Mittagsschläfchen nun gut täte, ich meine bleierne Müdigkeit, die jede Bewegung zur Qual macht. Die Beine so schwer, als hingen Gewichte dran, Aufmerksamkeitsspanne gleich null. So eine Müdigkeit, gegen die Schlaf überhaupt nichts ausrichten kann. Deshalb habe ich auch nur dem Gatten von meinem Plan für den heutigen Samstag erzählt. Ich war mir gestern noch nicht sicher, ob ich mir das antun wollte, oder könnte. Und dann stand ich heute morgen auf und war wach. Erstaunlich aber wahr. Was für ein wunderbares Gefühl, einfach da zu sein.
Gleich nach dem Frühstück griffen das Kind und ich die Schwimmsachen und machten uns auf den Weg. Wir schwammen, plantschten, rutschten, tauchten von 11 bis 15 Uhr, mit nur einer Futterpause, in der wir uns mit allerlei Keksen und Crackern vollstopften. Die Rückfahrt mit Bahn, Zug und Bus war ein Kinderspiel. Ok, die große und doch recht schwere Tasche ist doof, aber das Kind war tiefenentspannt und so lässt sich vieles aushalten. Im Heimatstadtteil angekommen, erstmal in die Lieblingseisdiele. Ein bisschen in der Sonne sitzen, Eis futtern, bis es im Hals kratzt, ein Espresso hinterher. Nach Hause, Tasche auspacken und Teile in die Waschmaschine werfen. Kind sucht sich einen Fünf Freunde Teil fürs Abendkino aus. Couch, Kind in den Arm nehmen, hach. Das Pizzataxi sorgt für kurze Unterbrechung. Großes Gelage. Nach dem Film bettfertig gemacht, noch ein halbes Stündchen vorgelesen, um kurz vor 21 Uhr war Ruhe. Was nun? Ich stöbere ein wenig im Netz herum. Ich bin heute Strohwitwe, könnte also irgendetwas tun, was ich nicht tue, wenn der Gatte da ist, habe aber keine Lust, laut und falsch singend durch die Bude zu laufen. Es ist so schön ruhig. Mir fällt ein, dass ich mir ein Buch schnappen und damit ins Bett gehen will. Ganz simpel. Spricht nur eine Sache dagegen: ich Idiotin habe die Spülmaschine angeworfen und nun will ich warten, bis die fertig ist, um sie nicht die ganze Nacht angeschaltet zu lassen. Setze ich mich also mit dem Tablet aufs Sofa und schreibe Euch von meinem schönen Tag und wie wohltuend es ist, eine Dosis Zufriedenheit abzubekommen.
Da und zufrieden sein zu dürfen, ist der größte Luxus. Die ganze Welt jagt dem hinterher. Um so erstaunlicher, dass ein ganz normaler Samstag, ein Tag an dem alles kann und nichts muss, einen solchen Schatz birgt.
So, Ihr Lieben.
Tilli braucht noch drei Minuten,
ich geh schon mal Zähne putzen.
Schlaft gut,
träumt was Schönes und
macht Euch eine schöne Zeit!

:0*

Mari





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